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Sie müssen mal an die Luft

Aktualisiert: 5. Mai 2023

Veröffentlichtes Papier zusammengefasst - Eco-Coaching / Outdoor Coaching


In einer Studie, die Alexandra Burn und Jonathan Passmore diese Woche in der Zeitschrift "International Coaching Psychology Review" der British Psychological Society veröffentlicht haben, untersuchen sie, wie Coachinggespräche im Outdoor-Setting die Erfahrung des Coachees bereichern können. Vorab lässt sich schon mal sagen, dass Coachees einen Spaziergang am Strand, im Wald oder in den Bergen als Teil eines Coaching-Gesprächs sehr wertschätzen.

Sie müssen mal an die Luft - Side-by-side - Benefits einer konkreten Zusammenarbeit im Outdoor-Setting. Foto von Maël  BALLAND
Side-by-side - Benefits einer konkreten Zusammenarbeit im Outdoor-Setting. Foto von Maël BALLAND

Passmore postete netterweise eine kleine Zusammenfassung (hier in eigener Über-setzung) in der er sechs Benefits von Out-door-Coachinggesprächen identifiziert, die zu positiven Ergebnissen bei den Bewertungen der Coachees beitragen:


1) Seite an Seite: Das Gehen oder Sitzen neben dem Coach in der Natur ist ein einzigartiger Aspekt des Outdoor-Coachings, der sich von dem des Indoor- oder digitalen Coachings unterscheidet, bei dem die meisten Gespräche geführt werden, indem man sich in der Regel gegenübersitzt. Nebeneinander zu sitzen gibt dem Coachee das Gefühl, weniger kontrolliert und beurteilt zu werden, ist entspannter und baut eine Verbindung zum Coach auf.

[eigene Anm. Das kann man sich allerdings auch mal für die Indoor-Settings merken, oder?]


2) Bewegung und Tempo: Im Freien zu sein ermöglicht es dem Coachee, mit Bewegung und Tempo zu spielen, seine Stimmung widerzuspiegeln und seine Gefühle auszudrücken. Schlendern, schnelles Gehen, Stehen oder Sitzen geben mehr Zeit und "Raum" für Reflexionen.


3) Freiheit im Freien: Der Aufenthalt im Freien half den Coachees, sich frei, offen, ruhig, entspannt oder energiegeladen zu fühlen und Metaphern und Analogien stärker zu nutzen.


4) Unterschiedliche Denkweisen: Der Aufenthalt im Freien brachte andere Erfahrungen, andere Perspektiven und andere Denkweisen für alte Situationen.


5) Offenheit, Raum und Weite: Das Gehen ermöglichte es den Coachees, die Weite der Natur zu erleben.


6) Sinne, Gefühle und Emotionen: Beim Outdoor-Coaching wurden alle Sinne angesprochen (sogar der Geschmack), was zu einem umfassenderen Erlebnis der Coaching-Sitzung führte.

Aus eigener Erfahrung (Sailtraining) ist mir schon seit Langem klar, welche Effekte Outdoor-Training oder Natur-Sport haben können. Leider ist es selten, dass hier entsprechende Forsching zu den erzielten Outcomes stattfindet. Die einzigen mir bekannten Untersuchungen kommen aus dem Bereich der Erlebnispädagogik und sind rar. Mir ist ebenfalls klar, mit welchen Schwierigkeiten - und der damit verbundenen Kritik - Forscher bei der Gestaltung aussagekräftiger Befragungsdesigns zu kämpfen haben. Umso erfreulicher und nutzbringender, wenn wir hier erste Studienergebnisse bekommen, die von ausgewiesenen Experten aus dem Bereich Business-Coaching stammen.


Das Paper:

Burn, A. & Passmore, J. (2022). Outdoor Coaching: The role of Attention Restoration Theory as a framework for explaining the experience and benefit of eco-psychology coaching. Internationale Zeitschrift für Coaching-Psychologie, 17(1), 22-36.

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