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Eine bessere Führungskraft werden - 5 Tipps aus dem Coaching der dritten Generation

Aktualisiert: 5. Mai 2023

Die Zeiten sind vorbei, in denen das beste Argument gewonnen hat. Es geht nicht mehr darum, die Mitarbeiter zu überzeugen. Heute muss eine Führungskraft in den Dialog mit den Mitarbeitern treten, um mehr zu lernen und Lösungen zu finden. Dies ist Bestandteil des Coachings der dritten Generation, so Professor Reinhard Stelter, das ihnen helfen kann, eine bessere Führungskraft zu werden.



Eine bessere Führungskraft werden - 5 Tipps aus dem Coaching der dritten Generation
Nachhaltige, fruchtbare Dialoge.

So beginnt ein Beitrag von Rasmus Onslev Kremmer - 2013 auf der dänischen Web-Site lederweb.dk, Væksthus for Ledelse. Er stellt hier das Buch "Tredje generations coaching"von Reinhard Stelter (2012) vor. Stelter geht darin unter anderem der Frage nach, wie Klient*innen sich in einer immer komplexeren sozialen Welt navigieren können, die sich mit zunehmender Unruhe, unterschiedlichen Lebensstilen, sozialer Desorientierung, mehrere "lokalen Wahrheiten" und ständig neue Herausforderungen am Arbeitsplatz entwickelt und vor allem: wie können Coaches und Führungspersonen* dabei am besten helfen?


* Anm.: In Stelters Arbeit geht es im Schwerpunkt ums Coaching, während Onslev Kremmer hier auf Führungskräfte abstellt. Die Anforderungen können aber höchst unterschiedlich sein und die Coach-Rolle ist in Führungspositionen oft nicht geeignet.


“Hvordan kan vi bedst hjælpe coachée med at navigere i en social verden, som fører til stigende rastløshed, variationer af livsstil, social desorientering, mange “lokale sandheder” og nye udfordringer på arbejdspladsen?”

Die soziale Legitimation: Stelter sieht Coaching als die Antwort auf post- und spätmoderne Herausforderungen. Im "Coaching der dritten Generation" beleuchten Coach und Coachee in ihrer narrativen Partnerschaft. Im Gegensatz zum Coaching der ersten Generation, bei dem es darum geht, die fokussierte Person auf ein bestimmtes Ziel hinzuführen, und im Gegensatz zum Coaching der zweiten Generation, bei dem der Coach davon ausgeht, dass der Coachee implizit die Lösung für eine bestimmte Herausforderung kennt, ist das Coaching der dritten Generation in seiner Agenda weniger zielorientiert, sondern durch den Fokus auf Werte und Identitätsarbeit tiefgreifender und nachhaltiger. Coach und Coachee schaffen gemeinsam etwas: Bedeutungen und Bedeutungen werden während des Gesprächs gemeinsam erzeugt, wobei sich beide Parteien auf eine Reise begeben und sich langsam neue Erzählungen entfalten. Coaching der dritten Generation ist eine Integration der erfahrungsbezogenen und subjektiv-existentiellen mit der beziehungsbezogenen und diskursiven Dimension. (Stelter 2012)


Wie praktiziert man das Coaching der dritten Generation?


Rasmus Onslev Kremmer hat aus Stelters Buch fünf Tipps für die Praxis extrahiert, die sie beachten sollten, wenn Sie die neue Art des Coachings ausprobieren wollen:


1. Reflektieren Sie gemeinsam mit ihren Mitarbeiter/innen. Bringen Sie sich selbst und Ihre eigenen Überlegungen mit ein. Seien Sie der Resonanzboden für die Gedanken und Überlegungen Ihrer Mitarbeiter/innen.

2. Zeigen Sie Erstaunen und Dankbarkeit. Stellen Sie offene, vertiefende Fragen. Haben Sie keine Angst, beruflich schwächer als ihre Mitarbeiter/innen zu sein.

3. Sprechen Sie über Ihre Werte und darüber, was Sie bei Ihrer Arbeit glücklich und erfolgreich macht.

4. Erklären Sie, wie Sie den Kontext und den Hintergrund der Herausforderung verstehen.

5. Schaffen Sie Sinn - gemeinschaftlich und in Bezug auf die spezifische Herausforderung oder Aufgabe.


Es versteht sich, dass diese Vorgehensweisen erhebliche Herausforderungen für die Führungsrolle und die Kommunikativen fähigkeiten bedeuten. Es empfiehlt sich also, tiefer in das Thema "Coaching der dritten Generation" einzusteigen. Inzwischen ist das Buch auch in englischer Sprache erschienen.


Leseempfehlungen:


Reinhard Stelter (2012) Tredje generations coaching - En guide til narrativ-samskabende teori og praksis.

Reinhard Stelter (2014) A guide to third generation coaching. Narrative-collaborative theory and practice.


Reinhard Stelter, Uwe Böning (2019) Coaching als mitmenschliche Begegnung - Die Kunst zu verweilen (Zuvor auch auf dänisch (Kunsten at dvæle i dialogen - Kvalificering af professionelle hverdagsdialoger gennem tredje generations coaching) und englisch (The Art of Dialogue in Coaching Towards Transformative Exchange) erschienen)


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